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Witte Financial Services

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News

Dezember 2016

21.12.2016:
Risiko & Vorsorge 3.2016 erscheint. Unter Publikationen zum Download

21.12.2016:
Pflegeratings aktualisiert

April 2015

16.04.2015:
Die neue "Risiko & Vorsorge" erscheint erstmals mit "Produkte & Kritik"

Stephan Witte
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Trunkenheitsfahrten berechtigen zur Leistungskürzung
 
Das Landgericht Bonn hat am 31. Juli 2009 (Az.: 10 O 115/09) auf Basis des neuen Versicherungsvertrags-Recht entschieden, dass ein Fahrzeughalter, der einem stark alkoholisierten Fahrer, mit welchem er zuvor gefeiert hat, seinen Fahrzeugschlüssel überlässt, im Falle eines Unfalls mit einer nur geringen Entschädigung seines Vollkasko-Versicherers rechnen darf.
Mit seinem Pkw war der Kläger in Begleitung eines Freundes zu einer Erstsemesterfete gefahren. Im Laufe des Abends nahmen die beiden Freunde mindestens 15 bis 20 Bier zu sich, die überwiegend von dem Kläger gekauft wurden. Als er müde wurde, legte sich der Kläger in sein Auto und schlief ein. Einige Zeit später wurde er von seinem Freund geweckt. Der Freund fragte ihn, ob er ihn nach Hause fahren sollte. Der Kläger übergab seinem Freund daraufhin wortlos den Autoschlüssel, schnallte sich an und schlief sofort wieder ein.
Kurz darauf wurde passierte der Unfall, indem der Freund des Klägers in einer Rechtskurve geradeaus in den Grüngürtel einer Autobahnauffahrt fuhr. Die Fahrzeuginsassen wurden bei dem Unfall zwar nicht verletzt. Das Fahrzeug erlitt jedoch einen Totalschaden.
Daraufhin wandte sich der Kläger an seinen Vollkaskoversicherer mit der Bitte um Erstattung des Wiederbeschaffungswerts abzüglich des Restwertes sowie der vereinbarten Selbstbeteiligung. Unter Hinweis auf die Alkoholisierung des Fahrers des Fahrzeugs lehnte der Versicherer die Ansprüche des Klägers jedoch ab.
Mit seiner anschließenden Klage hatte der Versicherte nur teilweise  Erfolg.
Nach Ansicht des Bonner Landgerichts hat der Kläger den Versicherungsfall grob fahrlässig herbeigeführt. Sein Versicherer ist daher gemäß § 81 Absatz 2 VVG zumindest teilweise von seiner Leistungspflicht befreit. In der Übergabe des Fahrzeugschlüssels an eine stark alkoholisierte Person liegt ein objektiv besonders grober Verstoß gegen die einem Versicherungsnehmer obliegenden Sorgfaltspflichten, so das Gericht.
Unerheblich ist dabei, ob der Kläger zum Zeitpunkt der Schlüsselübergabe aufgrund seiner eigenen Trunkenheit beziehungsweise Müdigkeit erkennen konnte, ob sein Freund fahrtüchtig war oder nicht. Der Kläger war nämlich zumindest zum Zeitpunkt seines eigenen Alkoholgenusses zurechnungsfähig und wusste, dass auch sein Freund erhebliche Alkoholmengen zu sich genommen hatte. Er hat gleichwohl keine Vorkehrungen dagegen getroffen, dass entweder er selbst oder sein Freund noch mit dem Fahrzeug nach Hause fahren würden, obwohl die Heimfahrt von vornherein vorhersehbar war.
Nach Meinung der Richter ist das Verhalten jedoch als grob fahrlässig zu werten. Im entschiedenen Fall führt das zwar nicht zu einer vollständigen Leistungsfreiheit des Vollkasko-Versicherers. Denn diese wäre nur dann gerechtfertigt gewesen, wenn der Kläger sein Fahrzeug selber gefahren hätte. Der Versicherer wurde angesichts der Schwere des schuldhaften Verhaltens des Versicherungsnehmers gleichwohl lediglich dazu verurteilt, sich mit einer Quote von 25 % an den Aufwendungen des Versicherten zu beteiligen.