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News

Dezember 2016

21.12.2016:
Risiko & Vorsorge 3.2016 erscheint. Unter Publikationen zum Download

21.12.2016:
Pflegeratings aktualisiert

April 2015

16.04.2015:
Die neue "Risiko & Vorsorge" erscheint erstmals mit "Produkte & Kritik"

Stephan Witte
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Folgenreiche Sportverletzung
Das Amtsgericht München (AG) hat mit Urteil vom 11. September 2008 entschieden (Az.: 275 C 9001/08), dass ein Nasenbeinbruch in der Regel keine schwere Erkrankung ist, welche die Stornierung einer Reise erforderlich macht. Kommt es einige Zeit später zu unerwarteten Komplikationen, die dazu führen, dass die Reise nicht angetreten werden kann, so kann sich ein Reiserücktrittskosten-Versicherer nicht auf teilweise Leistungsfreiheit wegen verspäteter Meldung berufen.
Im Januar 2007 hatte der Kläger für sich und seine Familie für den Herbst des gleichen Jahres eine Reise nach Tunesien gebucht. Etwas mehr als eine Woche vor dem geplanten Abflug erlitt sein elfjähriger Sohn beim Sport einen Nasenbeinbruch. Die Verletzung wurde ambulant versorgt. Operative Maßnahmen hielt die behandelnde Ärztin hingegen für nicht erforderlich. Erst bei einer Nachuntersuchung kurz vor dem Abflug stellte sich heraus, dass doch operiert werden musste.
Noch am gleichen Tag stornierte der Kläger die Reise und machte die Stornokosten in Höhe von ca. 2.900,- € gegenüber seinem Reiserücktrittskostenversicherer geltend. Dieser hielt dem Versicherten vor, gegen seine Schadenminderungspflicht verstoßen zu haben, da er die Reise nicht bereits am Tag des Sportunfalls seines Sohns storniert hatte. Denn dann wären nur Stornokosten in Höhe von knapp 1.700,- € angefallen.
Dieser Betrag wurde dem Kläger abzüglich einer vereinbarten Selbstbeteiligung überwiesen. Der Versicherte war sich keines Fehlverhaltens bewusst und zog daher gegen die Versicherung – erfolgreich - vor Gericht.
Das AG München verurteilte den Versicherer zur Zahlung des noch offenen Differenzbetrages.
Nach Meinung der Richter hätte der Kläger die Reise nur dann unverzüglich stornieren müssen, wenn ein Familienangehöriger von einer unerwartet schweren Erkrankung betroffen worden wäre. Das aber war bei dem Nasenbeinbruch seines Sohnes zumindest zu Anfang nicht der Fall. Denn ein solcher Bruch erfordert in der Regel keine komplizierte Nachbehandlung oder gar eine Operation, sodass es keinerlei Hinweise darauf gab, dass die Reise nicht angetreten werden konnte. Ein Grund für einen Rücktritt von der Reise lag erst in dem Augenblick vor, als sich unerwartet herausstellte, dass doch eine Operation erforderlich wurde. Erst dadurch wurde die Sache zu einer schweren Erkrankung, die eine Leistungspflicht des Reiserücktrittskosten-Versicherers auslöste. Da der Kläger die Reise noch an dem Tag, als er von der Komplikation erfuhr, storniert hat, trifft ihn der Vorwurf zu Unrecht, gegen seine Schadenminderungs-Pflicht verstoßen zu haben.
Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.
Regelmäßig ist strittig, wann eine Reise storniert werden muss, um Ansprüche aus einer Reiserücktrittskosten-Versicherung gelten machen zu können. Nur selten entscheiden die Richter zugunsten der Versicherten.