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News

Dezember 2016

21.12.2016:
Risiko & Vorsorge 3.2016 erscheint. Unter Publikationen zum Download

21.12.2016:
Pflegeratings aktualisiert

April 2015

16.04.2015:
Die neue "Risiko & Vorsorge" erscheint erstmals mit "Produkte & Kritik"

Stephan Witte
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Sportverletzungen oft auf eigenes Risiko
 
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 27. Oktober 2009 (Az.: VI ZR 296/08) seine Rechtsprechung zur Schadenersatzpflicht von Sportlern aus dem Jahr 2008 präzisiert. Wenn bei einem sportlichen Wettkampf ein Spieler von einem Mitspieler verletzt wird, löst das für sich genommen noch keine Haftungsverpflichtung aus, selbst dann, wenn der Spieler, dem ein Regelverstoß vorgeworfen wird, eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat.
 
Beim Fußballspiel erlitt der Kläger eine Fraktur des Schien- und Wadenbeins, nachdem ein Kampf mit einem Gegenspieler um den Ball vorausgegangen war. Der Kläger behauptete, dass ihn der gegnerische Spieler von hinten mit gestrecktem Bein angegriffen habe, nachdem er selbst den Ball bereits abgespielt hatte.
Sein Gegenspieler hatte hier eine andere Wahrnehmung. Nach seiner Darstellung hatte sich der bedauernswerte Zwischenfall bei einem ganz normalen Kampf um den Ball ereignet. Dabei seien beide Spieler zu Fall gekommen.
Der Streit landete vor Gericht, wo der Kläger in sämtlichen Instanzen eine Niederlage erlitt.
Grundsätzlich darf ein Teilnehmer an einer Sportveranstaltung darauf vertrauen, nicht für Schäden in Anspruch genommen zu werden, die er ohne nennenswerte Regelverletzung und nur aufgrund der typischen Risikolage des Wettbewerbs verursacht. Dabei bestimmen sich die Sorgfaltsanforderungen der Wettkampfteilnehmer nach den besonderen Gegebenheiten des Sports. Der BGH führte in seiner Urteilsbegründung aus: „Sie sind an der tatsächlichen Situation und den berechtigten Sicherheitserwartungen der Teilnehmer des Wettkampfes auszurichten und werden durch das beim jeweiligen Wettkampf geltende Regelwerk konkretisiert. Die Beweislast für eine Sorgfaltspflicht-Verletzung des Schädigers trägt dabei nach allgemeinen Grundsätzen der Verletzte“.
Nach Überzeugung des Gerichts ist der Kläger jedoch den Beweis für ein regelwidriges Verhalten des gegnerischen Spielers schuldig geblieben. Das Gericht würdigte dabei in besonderer Weise die Aussage des Schiedsrichters. Denn dieser hatte angegeben, dass beide Spieler fair in den Zweikampf eingestiegen waren und der Beklagte nicht gegrätscht sei. Denn andernfalls hätte er ein Foul gepfiffen. Ein Zweikampf um den Ball, bei dem beide oder einer der beiden Spieler zu Fall kommen, gehört jedoch zum Wesen eines Fußballspiels und begründet daher für sich genommen keine Haftungsverpflichtung.
Es kommt nach Meinung der Richter nicht auf die Frage an, ob der gegnerische Spieler eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, denn ein Schadenersatzanspruch setzt grundsätzlich ein Verschulden des angeblichen Schädigers voraus. Der Versicherungsschutz wirkt grundsätzlich nicht anspruchsbegründend. Dies entspricht dem allgemeinen Grundsatz, dass sich die Versicherung nach der Haftung, und nicht umgekehrt die Haftung nach der Versicherung richtet.
Damit präzisierte der BGH eine Entscheidung aus dem Jahr 2008, wonach ein stillschweigender Haftungsverzicht der Teilnehmer einer Sportveranstaltung dann nicht gilt, wenn eine Haftpflichtversicherung besteht.
Ein möglicher Schadenersatzanspruch setzt jedoch auch nach der jetzigen Entscheidung ein Verschulden des Schädigers voraus.