WFS Logo

Witte Financial Services

Stephan Witte, M.A.
Oelerser Straße 6
31275 Sievershausen

Telefon: 05175 954681 / -80
Fax:       05175 302367
Mobil:    0178 8757938

E-Mail: Stephan@Witte-Financial-Services.de
Zum vollständigen Impressum

WFS Pools

Hier geht es zum [ Login ]

News

Dezember 2016

21.12.2016:
Risiko & Vorsorge 3.2016 erscheint. Unter Publikationen zum Download

21.12.2016:
Pflegeratings aktualisiert

April 2015

16.04.2015:
Die neue "Risiko & Vorsorge" erscheint erstmals mit "Produkte & Kritik"

Stephan Witte
Startseite Aktuelle Publikationen Finanzdienstleistungen Infopool Ratings

 

Vorfahrtsrecht auch bei falscher Richtung
 
Das Amtsgericht München hat mit Urteil vom 5. Juni 2009 entschieden (Az.: 343 C 5058/09), dass ein von einer Vorfahrtsstraße nach rechts abbiegender Autofahrer ganz überwiegend für die Folgen des Unfalls verantwortlich ist, wenn es zwischen ihm und einem Fahrradfahrer, der einen parallel zu der Straße verlaufenden Radweg in falscher Richtung befährt, zu einer Kollision kommt.
 
Im August 2008 wollte der Kläger mit seinem Pkw von einer Hauptstraße nach rechts in eine Nebenstraße abbiegen. Dabei kam ihm eine Radfahrerin entgegen, die den parallel zu der Vorfahrtsstraße verlaufenden Radweg verkehrswidrig entgegen der Fahrtrichtung befuhr. Der Autofahrer nahm die Radfahrerin zwar wahr. Da sie sich zu diesem Zeitpunkt aber noch ca. 200 Meter von der Einmündung entfernt befand, orientierte er zunächst nach hinten, um eventuell von dort kommende Fahrradfahrer nicht zu gefährden. Als der Kläger sein Auto anrollen ließ, um abzubiegen, kollidierte er mit der sich in diesem Augenblick in Höhe der Einmündung befindlichen Radlerin.
Der Autofahrer forderte die Radfahrerin dazu auf, den an seinem Pkw entstandenen Schaden in Höhe von fast 2.500,- Euro zu bezahlen, da diese nach Ansicht des Klägers ganz eindeutig gegen § 2 Absatz 4 StVO (Straßenverkehrsordnung) verstoßen hatte. Die Unfallgegnerin stellte sich auf den Standpunkt, dass ausschließlich der Kläger für den Unfall verantwortlich war. Denn er hatte ihr nicht nur die Vorfahrt genommen, sondern sie unbestritten auch rechtzeitig wahrgenommen.
Das Münchener Amtsgericht schloss sich dem weitgehend an und gab der Schadenersatzklage des Autofahrers daher nur teilweise statt.
Nach richterlicher Meinung hat der Kläger eindeutig die Vorfahrt der Beklagten verletzt. Denn das Vorfahrtsrecht gilt grundsätzlich für alle Verkehrsteilnehmer, die sich auf einer bevorrechtigten Straße befinden, folglich auch für Fahrradfahrer, die einen Radweg in falscher Richtung befahren. Außerdem hatte der Kläger die Radlerin außerdem schon wahrgenommen, bevor er sich nach hinten orientierte. Er hätte sie daher im Auge behalten und vor dem Abbiegevorgang erneut in ihre Richtung schauen müssen. Denn dann hätte er gesehen, dass sich die Frau schon unmittelbar vor der Einmündung befand.
Auf der anderen Seite ist auch die Radlerin nicht ganz unschuldig an dem Unfall. Denn bei ausreichender Aufmerksamkeit hätte sie wahrnehmen müssen, dass der Kläger abbiegen wollte. Angesichts der Tatsache, dass sie den Radweg verkehrswidrig in falscher Richtung befuhr, hätte sie daher nicht einfach weiterfahren und auf ihr Vorfahrtsrecht vertrauen dürfen.
Das Gericht stufte den Mitverschuldensanteil der Radfahrerin jedoch angesichts der Gesamtumstände sowie der deutlichen höheren Betriebsgefahr des Fahrzeugs des Klägers als gering ein und verurteilte die Beklagte dazu, sich lediglich mit einer Quote von einem Drittel an dem Schaden des Klägers zu beteiligen. Für die Radfahrerin macht das in diesem Fall aber fast 850,- Euro aus.
Geld, das man sich sparen kann, wenn man eine Privathaftpflicht-Versicherung abgeschlossen hat. Diese Versicherung hätte hier nämlich gezahlt!