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Dezember 2016

21.12.2016:
Risiko & Vorsorge 3.2016 erscheint. Unter Publikationen zum Download

21.12.2016:
Pflegeratings aktualisiert

April 2015

16.04.2015:
Die neue "Risiko & Vorsorge" erscheint erstmals mit "Produkte & Kritik"

Stephan Witte
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Markise bei Sturm einfahren
 
Das Amtsgericht München hat mit Urteil vom 14. Januar 2009 entschieden (Az.: 112 C 31663/08), dass Gebäudebesitzer, die  eine Markise bei einem Sturm der Windstärke acht nicht einfahren, sich nicht darauf verlassen dürfen, dass ihnen der Gebäudeversicherer im Falle einer Beschädigung oder Zerstörung des Sonnendachs Versicherungsschutz gewähren wird.
Ein 89-jähriger Mann besass eine Wohngebäudeversicherung mit Versicherungsschutz auch für Sturmschäden an außen am Gebäude angebrachte Sachen, wie zum Beispiel Markisen. Im Mai 2007 wurde bei einem schweren Sturm mit Windstärke acht ein Gelenkarm der Markise des Versicherten beschädigt. Im Vertrauen darauf, dass es sich um ein modernes Sonnendach handelte, hatte der Kläger die Markise nicht eingefahren.
Der Geschädigte meldete seinem Versicherungsmakler den Schaden zeitnah und legte ihm auch Fotos von der beschädigten Markise vor. Allerdings erhielt der Versicherer die Schadenanzeige erst, als der Kläger Mitte Oktober 2007 die Reparaturkostenrechnung in Höhe von fast 1.800,- Euro präsentierte.
Daraufhin lehnte der Versicherer die Regulierung des Schadens ab, da er durch die verspätete Einreichung der Schadenanzeige nicht mehr in der Lage war, die Markise durch einen Sachverständigen in Augenschein nehmen zu lassen. Ferner wurde dem Versicherten grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen, da er die Markise trotz des schweren Sturms nicht eingefahren habe.
Hiergegen klagte der Versicherte und trug vor, dass es nicht seine Sache sei, wenn sein Versicherungsmakler die Schadenanzeige zu spät eingereicht habe. Eine Besichtigung durch einen Sachverständigen hielt er außerdem für überflüssig, da er zur Beweissicherung aussagekräftige Lichtbilder vorgelegt habe. Den Vorwurf grober Fahrlässigkeit hielt der Kläger ebenfalls für unbegründet. Nach seiner Meinung habe er nämlich darauf vertrauen dürfen, dass eine moderne Markise einen Sturm aushalten werde.
Die Münchener Amtsrichterin wollte dem nicht folgen und wies die Klage als unbegründet zurück. Nach Ansicht des Gerichts muss es jedermann klar sein, dass ein starker Sturm auch eine moderne Markise beschädigen oder gar zerstören kann. Das gilt umso mehr für den betagten Kläger, dessen Lebenserfahrung eine größere Vorsicht gebieten lassen sollte. Der Kläger hat daher grob fahrlässig gehandelt, als er es im Vertrauen auf die moderne Technik versäumte, die Markise bei dem schweren Sturm einzufahren. Der Versicherer war allein schon aus diesem Grund dazu berechtigt, den Versicherungsschutz zu versagen. Dem Kläger ist aber auch die verspätete Einreichung der Schadenanzeige bei dem Versicherer anzulasten. Nach Auffassung der Richterin muss er sich nämlich das Fehlverhalten des Maklers anrechnen lassen, weil dieser in „seinem Lager“ steht.
Wegen der verspäteten Schadenmeldung konnte der Versicherer vor Ort keine Untersuchungen zur Ursache und Höhe des Schadens mehr durchführen. Die eingereichten Fotos sind für solche Ermittlungen nach Überzeugung des Gerichts kein ausreichender Ersatz.
Mittlerweile ist die Entscheidung rechtskräftig.