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Witte Financial Services

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News

Dezember 2016

21.12.2016:
Risiko & Vorsorge 3.2016 erscheint. Unter Publikationen zum Download

21.12.2016:
Pflegeratings aktualisiert

April 2015

16.04.2015:
Die neue "Risiko & Vorsorge" erscheint erstmals mit "Produkte & Kritik"

Stephan Witte
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Tierhalterhaftung bei vor Geschäft angeleintem Hund
 
Das Landgericht Coburg hat mit Urteil vom 22. Juli 2011 (Az.: 13 O 150/11) entschieden, dass ein Hundehalter, der sein Tier vor einem Geschäft anbindet, regelmäßig für die Folgen eines Sturzes einzustehen hat, die ein Passant erleidet, der dem auf ihn zulaufenden Hund ausweichen will.
 
Ihren Hund hatte die Beklagte an einem Zaunpfosten in unmittelbarer Nähe eines Gemüseladens angebunden. Als sich eine Passantin dem Laden näherte, nutzte der Hund die Möglichkeiten seiner Freilaufleine und rannte bellend auf sie zu. Die Frau wich vor Schreck einen Schritt zurück. Dabei kam sie zu Fall, wobei sie sich einen Lendenwirbel sowie das linke Handgelenk brach. Die Verletzte selbst verzichtete aus nicht bekannten Gründen auf die Geltendmachung von Schadenersatz- und Schmerzensgeld-Ansprüchen. Ihre Krankenkasse hingegen forderte von der Hundehalterin die Erstattung der von ihr aufgewendeten Behandlungskosten in Höhe von fas 6.500,- €.
In dem sich anschließenden Rechtsstreit verteidigte sich die Hundehalterin damit, dass ihr Hund gar nichts getan habe. Es sei vielmehr die Verletzte gewesen, die sich zunächst auf ihren Hund zubewegt und sich plötzlich nach hinten bewegt habe. Sie habe sich die Verletzungsfolgen daher selbst zuzuschreiben.
Die Richter des Coburger Landgerichts wollten dem nicht folgen und gaben der Klage der Krankenkasse in vollem Umfang statt.
Die Beweisaufnahme ergab, dass der Hund der Beklagten auf die Versicherte der klagenden Krankenkasse knurrend und bellend zugelaufen war. Dadurch hat sich eine typische Tiergefahr verwirklicht, für welche die Hundehalterin gemäß § 833 BGB auch ohne eigenes Verschulden einzustehen hat.
Ferner kann der Verletzten kann auch kein Mitverschulden angelastet werden, da sie nicht mit einem derartigen Verhalten des angeleinten Hundes rechnen musste. Dass sie instinktiv nach hinten ausgewichen ist, entspricht einem natürlichen Schutzverhalten, welches ihr nicht angelastet werden kann.
Mittlerweile ist das Urteil rechtskräftig.