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Witte Financial Services

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News

Dezember 2016

21.12.2016:
Risiko & Vorsorge 3.2016 erscheint. Unter Publikationen zum Download

21.12.2016:
Pflegeratings aktualisiert

April 2015

16.04.2015:
Die neue "Risiko & Vorsorge" erscheint erstmals mit "Produkte & Kritik"

Stephan Witte
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Erstattungspflichtige Kosten der Lagerhaltung
 
Das Amtsgericht Coburg hat am 18. Februar 2009 entschieden (Az.: 14 C 1336/08), dass einem Geschädigten auch die Erstattung ortsüblicher UPE-Aufschläge zusteht, mit denen Reparaturwerkstätten die Kosten der Lagerhaltung finanzieren, wenn er einen Unfallschaden auf Basis eines Sachverständigengutachtens abrechnen will.
Bei UPE-Aufschlägen handelt sich um branchenübliche Zuschläge, die den Preis von Ersatzteilen um bis zu 20 Prozent verteuern können. Mit dem Aufschlag auf die unverbindliche Preisempfehlung (UPE) der Ersatzteilhersteller soll unter anderem der Aufwand abgegolten werden, der mit der ständigen Vorhaltung von Originalersatzteilen verbunden ist. Da die ständige Verfügbarkeit in der Regel die Reparaturdauer verkürzt, nutzt sie unter anderem Kfz-Haftpflichtversicherern, die so geringere Mietwagenkosten beziehungsweise Nutzungsausfall-Entschädigungen zu zahlen haben.
Im entschiedenen Fall ging es um einen Unfallgeschädigten, der die Reparaturkosten seines Fahrzeuges auf Basis eines Sachverständigen-Gutachtens abrechnen wollte. Der Versicherer des Unfallverursachers erklärte sich zwar grundsätzlich dazu bereit, die vom Sachverständigen ermittelten Kosten zu übernehmen. Die UPE-Aufschläge in Höhe von immerhin knapp 700,- Euro wollte der Kfz-Haftpflichtversicherer jedoch nur nach entsprechendem Nachweis bezahlen, d.h. nach durchgeführter Reparatur.
Die Coburger Amtsrichter gaben der Klage des Unfallgeschädigten statt.
Nach Meinung des Gerichts ist in der Rechtsprechung unbestritten, dass ein Unfallverursacher bzw. der hinter ihm stehende Versicherer einen Schaden komplett wieder gutzumachen hat. Dabei bleibt es dem Geschädigten überlassen, wie er den Entschädigungsbetrag verwendet. Es steht ihm z.B. frei, den Schaden auf fiktiver Basis anhand eines Sachverständigengutachtens abzurechnen. Sind in so einem Fall in der Kalkulation des Sachverständigen Kosten für die Lagerhaltung von Ersatzteilen (UPE-Aufschläge) enthalten, so hat der Versicherer auch diese Kosten zu ersetzen. Denn ebenso wie bei den übrigen Positionen kann er sich auch bei den UPE-Aufschlägen nicht darauf berufen, dass eine Erstattungsfähigkeit nur dann besteht, wenn die Kosten tatsächlich angefallen sind. Einzige Voraussetzung ist, dass die Berechnung solcher Kosten sowohl in ihrer Art als auch in ihrer Höhe ortsüblich ist.
Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.