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Witte Financial Services

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News

Dezember 2016

21.12.2016:
Risiko & Vorsorge 3.2016 erscheint. Unter Publikationen zum Download

21.12.2016:
Pflegeratings aktualisiert

April 2015

16.04.2015:
Die neue "Risiko & Vorsorge" erscheint erstmals mit "Produkte & Kritik"

Stephan Witte
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Auswirkung der Inflation auf Kapitalanlageprodukte

"2.000 Euro monatliche Rente" oder "garantierte Verrentung von mindestens 1.500 Euro im Monat"; mit solchen Aussagen wird Sicherheit vorgetäuscht, die in dieser Form nicht vorhanden ist. Wer Kapitalaufbau so betreiben möchte, dass echte Kaufkraft in der genannten Höhe besteht, muss den Faktor Inflation in seine Anlagestrategie mit einbeziehen.

Jede Anlage in festverzinsliche Anlagen, zu denen im weitesten Sinne auch Geldmarkt- und Rentenfonds gehören, unterliegt neben einem Währungsrisiko vor allem einem in der Höhe nicht unerheblichem Inflationsrisiko. Wer beispielsweise 1999 eine Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest" gekauft hat, bezahlte dafür  3,58 Euro (= 7,00 DM), Ende 2007 waren es schon 3,80 Euro. Dies entspricht 0,75 % p.a.

Deutlich gravierender fallen die Unterschiede bei diversen Produkten des täglichen Lebens aus. So kostete ein Barrel Erdöl (= 159 Liter) lange Zeit nur um 1,50 US$. Im Rahmen der Erdölkrise 1973/74 stieg er auf über 10 US$ / Barel an. Anfang der 1990er Jahre hatte sich dieses Niveau bereits auf rund 20 US$ / Barrel verdoppelt. Bis Ende 2007 zog der Erdölpreis auf durchschnittlich etwa 70 US$ / Barrel an. Dies entspricht einer jährlichen Inflation seit 1973 bis Ende 2007 von fast 5,9 % p.a. Per 30.06.2008 steig der Preis auf 141,89 Dollar (1 Euro = 1,5764 US$) an. In Abhängigkeit vom Rohölpreis entwickelten sich auch die Preise an den Tankstellen. Ein Liter Diesel  kostete 1978 noch 44 cent / l. Schon 1997 lag der Literpreis bei 64 cent. Am 10.12.2007 lag der durchschnittliche Preis je Liter Diesel in Lehrte bei Hannover bei 1,280 Euro, am 02.07.2008 im nahen Sievershausen bereits 1,479 Euro. Dies entspricht bezogen auf das Jahr 1978 einer jährlichen Inflation von 3,75 % p.a., bezogen auf 1997 von sogar 7,56 % p.a. Eine Bratwurst war in Hannover kurz vor der Euroeinführung noch für rund 2,00 DM zu haben, heute kostet sie etwa genauso viel in Euro. Dies entspricht für den Zeitraum 2000 auf 2007 einer jährlichen Inflation von 10,06 %.

Wenn von einer Inflationsrate die Rede ist, so wird diese in der Praxis nicht an einzelnen Produkten, sondern an einem umfasssenden Warenkorb gemessen, in dem beispielsweise auch Produkte der Unterhaltungselektronik  (TV-Geräte, Kameras etc.) eingehen, die sich von 2000 bis Herbst 2007 um etwa 40 % verbilligten. Entscheidend ist aber auch die reale Lohnentwicklung, wobei auch hier die gefühlte Inflation nicht immer der Realität entspricht. So musste ein Durchschnittsverdiener 1991 noch 79 Stunden für einen neuen Fernseher arbeiten, 2006 waren es noch nicht einmal mehr 30 Stunden. Dieses Motiv zieht sich durch diverse Sparten durch. So musste man noch 1960 etwa viermal so lange arbeiten, um sich einen neuen Anzug leisten zu können als es heute der Fall ist.

Die durchschnittliche Inflationsrate unterliegt großen Schwankungen, wobei  in den letzten Jahrenvor allem die jüngsten Preiserhöhungen auf der Lebensmittel- und Spritfront für den teilweise enormen Anstieg verantwortlich zeichnen. Eine Inflationsrate von unter 1,0% ist eine große Ausnahme, längerfristig gilt dies auch für eine Inflationsrate von unter 2,0%:

Jahrzehnt   Inflationsspanne

1960er           1,6 % im Jahre 1960 bis 3,1 % im Jahre 1965

1970er           3,6 % im Jahre 1970 bis 7,1 % im Jahre 1973

1980er           2,0 % im Jahre 1985 bis 6,3 % im Jahre 1981

1990er           0,9 % im Jahre 1998 bis 5,1 % im Jahre 1992

2000er           0,4 % im Jahre 2009 bis 2,6 % im Jahre 2008 % (abweichend höher = November 2007: 3,1 %; Mai 2008: 3,6 %; Juni 2008: 4,0 %; November 2008: 3,1 %; Dezember 2008: 2,8 %)

2010er           1,0 % im Jahre 2003 bis 2,6% im Jahre 2008

 

 

2010:             1,1%  (Januar 2010: 0,8%; Februar 2010: 0,6%; März 2010: 1,1%; April 2010: 1,0%; Mai 2010: 1,2%; Juni 2010: 0,9%; Juli 2010: 1,2%; August 2010: 1,0%; September 2010: 1,3%; Oktober 2010: 1,3%; November 2010: 1,5%;  Dezember 2010: 1,7%)

2011:              2,3% (Januar 2011: 2,0%; Februar 2011: 2,1%; März 2011: 2,1%; April 2011: 2,4%; Mai 2011: 2,3%; Juni 2011: 2,3%; Juli 2011: 2,4%; August 2011: 2,4%; September 2011: 2,6%; Oktober 2011: 2,5%; November 2011: 2,4%; Dezember 2011: 2,1%)

2012:             2,0%  (Januar 2012: 2,1%; Februar 2012: 2,3%; März 2012: 2,1%; April 2012: 2,1%; Mai 2012: 1,9%; Juni 2012: 1,7%; Juli 2012: 1,7%; August 2012: 2,0%)

 

(*) bis 1991 bezogen auf das frühere Bundesgebiet, ab 1992 Gesamtdeutschland

 

Was bedeuten diese Inflationsraten für die Praxis?

Angenommen, Ihre Versicherung erwirtschaftet auf 30-Jahres-Sicht eine Ablaufleistung von 100.000 Euro, so bedeutet dies bei einer angenommenen durchschnittlichen Inflation von 3 % p.a. nur noch einen realen Gegenwert von gut 40.100 Euro. Entsprechend müssen Sie ein Zielvermögen von gut 242.726 erzielen, um inflationsbereinigt eine der Kaufkraft entsprechende Ablaufleistung zu generieren. Da die tatsächliche Inflation von keinem noch so gutem Berater mit Sicherheit prognostoziert werden kann, so erscheint eine als Durchschnitt angenommene jährliche Inflation von 3 % p.a. vor der historischen Inflationsentwicklung als zumindest brauchbare Ausgangsbasis.

 

Kaufkraft von 1.000 Euro bei unterschiedlicher Inflation

Laufzeit in Jahren    -------------------------jährliche Inflation ---------------------------------

                                         2 %                                3 %                                      4 %

10 Jahre                    817,07 Euro                        737,42 Euro                       664,83 Euro 

20 Jahre                    667,61 Euro                        543,79 Euro                       442,00 Euro 

30 Jahre                    545,48 Euro                        401,01 Euro                        293,86 Euro

40 Jahre                    445,70 Euro                        295,71 Euro                        195,37 Euro

Um die Inflation dauerhaft schlagen zu können, muss auf lange Sicht eine jährliche Rendite von über 3 % p.a., im schlimmsten Fall sogar von über 7,1 % p.a. angenommen werden. Daher bleibt die Anlage in Aktienfonds die langfristig einzig tragfähige Alternative, um durch die Anlage in Sachwerte bei überschaubarem Risiko der Inflation ein Schnippchen zu schlagen und Versorgungsziele mit einem geringst möglichen finanziellen Aufwand zu erreichen. Seit Auflegung des DAX als DAI am 01.07.1988 (Zählerstand: 1.163,52) bis zum 30.06.2008 (Zählerstand: 6.418,32) betrug die durchschnittliche Performance des Index 8,91 % p.a. Wer seit Auflegung nur bis zum Höchststand am 16.07.2007 (8.151,57 Zähler) investiert war, hätte auf eine durchschnittliche jährliche Wertentwicklung von 10,82 % p.a. zurückblicken können. Hätte man exakt den Tiefststand von 1.152,38 Zählern vom 29.08.1988 als Einstiegszeitpunkt erwischt, so wäre bis zum 30.06.2008 eine Performance von 9,57 % p.a. möglich gewesen.

Gerne helfe ich Ihnen bei der Auswahl eines für Sie individuell geeigneten Produktes, um langfristig eine Performance über Inflationsniveau zu erzielen.

 

Letzte Aktualisierung: 30.08.2012 um 09:03