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Dezember 2016

21.12.2016:
Risiko & Vorsorge 3.2016 erscheint. Unter Publikationen zum Download

21.12.2016:
Pflegeratings aktualisiert

April 2015

16.04.2015:
Die neue "Risiko & Vorsorge" erscheint erstmals mit "Produkte & Kritik"

Stephan Witte
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Rangeleien unter Hunden besser nicht stören
 
Der 6. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm hat mit Urteil vom 17. Oktober 2011 (Az.: I-6 U 72/11) entschieden, dass Personen, die sich in eine Beißerei von Hunden einmischen, wissen müssen, dass sie dadurch in erheblichem Maße ihre Gesundheit gefährden. Im Fall einer Verletzung kann man daher keinen vollen Schadenersatz erwarten.
 
Im Winter 2009 war die Klägerin mit ihrem angeleinten Hund unterwegs, als sich ein entgegenkommender Hund von seiner Leine losriss und sich auf das Tier der Klägerin stürzte. Nachdem der Hund der Beklagten denjenigen der Klägerin mehrfach gebissen hatte, hielt letztere schützend ihre Hand über den Kopf ihres Hundes. Das nahm der angreifende Hund zum Anlass, der Klägerin in die Hand zu beißen. Dabei schnappte er dermaßen kräftig zu, dass ihr das erste Glied ihres linken Zeigefingers amputiert werden musste.
Der Haftpflichtversicherer des angreifenden Hundes wies Ihre Schadenersatz- und Schmerzensgeld-Forderung zurück, da der Hund der Klägerin den Angriff provoziert hatte, indem er das Tier der Beklagten anknurrte. Ferner habe die Klägerin ihre Verletzung selbst zu verantworten. Denn sie hätte wissen müssen, dass sie sich in erhebliche Gefahr begab, als sie schützend ihre Hand über den Kopf ihres Hundes hielt.
Das Landgericht Essen war der Argumentation des Versicherers gefolgt und hatte die Forderungen der Klägerin als unbegründet zurückgewiesen.
Mit ihrer beim Oberlandesgericht Hamm eingereichten Berufung hatte die Hundehalterin mehr Erfolg.
Die Richter vertraten die Auffassung, dass die Klägerin zwar hätte wissen müssen, dass bei ihrem Eingreifen in die Beißerei die Gefahr bestand, selbst gebissen zu werden. Dieses Fehlverhalten hielten die Richter jedoch nicht für so gravierend, dass dahinter die Tiergefahr des angreifenden Hundes vollständig zurücktritt.
Selbst wenn der Hund der Klägerin die Beißerei durch sein Knurren provoziert hat, war trotz allem der Hund der Beklagten nach Ansicht des Gerichts unstreitig der Angreifer. Denn er hatte sich von der Leine losgerissen und war auf das Tier der Klägerin zugestürmt. Erst nachdem der Hund der Klägerin mehrfach gebissen worden war, sah sich diese zum Schutz ihres Hundes genötigt. Dabei hat sie nach Ansicht des Gerichts in berechtigter Sorge um ihr Eigentum gehandelt.
Das Gericht machte der Klägerin trotz allem den Vorwurf, ihre Verletzung durch ihr Verhalten in erheblichem Maße mitverschuldet zu haben. Auch ihren Hund hielten die Richter für nicht ganz unschuldig. Denn schließlich hatte dieser durch sein Knurren die Attacke provoziert. Daher gingen die Richter unter Abwägung der beiderseitigen Verschuldensanteile von einem Mitverschulden der Klägerin von 50 % aus.
Aus diesem Grund kürzte es ihre Schadenersatz- und Schmerzensgeld-Ansprüche entsprechend.
Für die Richter war das Mitverschulden ihres Hundes weniger gravierend. Ihres Erachtens ist die Tiergefahr des sich losreißenden Hundes der Beklagten deutlich höher zu bewerten. Deren Versicherer hat sich daher mit einer Quote von 75 % an den Tierarztkosten der Klägerin zu beteiligen.
 
In einem vergleichbaren Fall, der vor dem Amtsgericht München verhandelt wurde, belegt, dass Hundehalter nicht nur im wahren Leben, sondern auch vor Gericht gefährlich leben.
Anders als in der vorgenannten Entscheidung hatte die Klägerin zwar nicht unmittelbar in eine Rauferei zweier Hunde eingegriffen, sondern eine Kampfpause genutzt, um ihren Hund festzuhalten. Dass nahm der angreifende Hund jedoch zum Anlass, nicht seinen Artgenossen, sondern dessen Halterin zu beißen. Dabei blieb die Verletzte ebenfalls auf einem Teil ihres Schadens sitzen. Sie musste sich nämlich die von ihrem Hund ausgehende Tiergefahr anrechnen lassen