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News

Dezember 2016

21.12.2016:
Risiko & Vorsorge 3.2016 erscheint. Unter Publikationen zum Download

21.12.2016:
Pflegeratings aktualisiert

April 2015

16.04.2015:
Die neue "Risiko & Vorsorge" erscheint erstmals mit "Produkte & Kritik"

Stephan Witte
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Leistungsstarke Tarife zahlen auch bei Eigenbewegungen - normalerweise keine Leistung bei Unfall durch normalen Bewegungsablauf
 
Das Landgericht Dortmund hat mit Urteil vom 20. August 2009 entschieden (Az.: 2 O 230/09), dass ein Versicherter keinen Anspruch auf Leistungen seiner privaten Unfallversicherung hat, wenn er während des Abstiegs von einem Hügel ohne eine äußere Einwirkung einen Achillessehnenriss erleidet.
 
Im Jahr 2004 hatte der Kläger beim Sport einen Achillessehnenriss erlitten, der operativ versorgt wurde. Als er drei Jahre später vom höchsten Punkt des Münchener Olympiaberges absteigen wollte, riss die Sehne erneut. Nach eigenen Angaben war der Kläger bei dem Abstieg weder gestolpert noch umgeknickt. Der Sehnenabriss erfolgte vielmehr während des normalen Bewegungsablaufs aufgrund der nach seiner Ansicht beim Abstieg von einem Berg erhöhten Kraftanstrengung.
Die private Unfallversicherung des Klägers lehnte es ab, ihm die beantragte Invaliditäts-Entschädigung zu zahlen. Nach Ansicht des Versicherers war der Sehnenabriss nämlich weder die Folge einer äußeren Einwirkung noch die einer erhöhten Kraftanstrengung im Sinne der Versicherungs-Bedingungen.
Der Streit wurde vor Gericht ausgetragen. Dort erlitt der Versicherte eine Niederlage. In seiner Urteilsbegründung stellte das Gericht zunächst einmal klar, dass jedes vom Versicherten nicht beherrschbare und in Bezug auf die dadurch verursachte Gesundheitsschädigung unfreiwillige Geschehen als Unfall im Sinne der Versicherungs-Bedingungen anzusehen ist. Als Beispiel nannte das Gericht das Stolpern über eine Bodenunebenheit im Rahmen eines normalen Bewegungsablaufs. Der Kläger ist aber nicht wegen einer Bodenunebenheit gestolpert oder umgeknickt. Vielmehr ist seine Achillessehne im Rahmen einer ganz normalen, vom Versicherten gewollten Bewegung gerissen. Nach Meinung des Gerichts besteht daher allein schon aus diesem Grund kein Unfall-Versicherungsschutz.
Die Richter wollten den Einwand des Klägers auch nicht gelten lassen, dass der Sehnenriss die Folge einer erhöhten Kraftanstrengung war und somit unter den Versicherungsschutz fällt. Im Rahmen dieser Klausel sind nämlich nur besondere Anstrengungen versichert, die nach ihrer Art und Intensität von dem Kraftaufwand normaler körperlicher Bewegung abweichen. Ein Abstieg vom Münchener Olympiaberg, der in sanften Schwüngen verläuft, erfordert nach Auffassung des Gerichts aber keinen Kraftaufwand, der über jenen des täglichen Lebens hinausgeht. Denn dann müssten auch Sehnenrisse versichert sein, welche sich ohne äußere Einflüsse beim Begehen von abfallenden Straßen, Einfahrten, Rampen oder Tiefgaragen mit einem ähnlichen Neigungswinkel wie jenen des Münchener Olympiaberges ereignen. Solche Wege gehören aber ebenso wie die Benutzung von Treppen zu im täglichen Leben regelmäßig vorkommenden Ereignissen, die keiner besonderen Kraftanstrengung im Sinne der Unfallversicherungs-Bedingungen bedürfen.
Daher wurde die Klage auf Kosten des Versicherten als unbegründet abgewiesen.
Was unter einer besonderen Kraftanstrengung im Sinne der Unfallversicherungs-Bedingungen zu verstehen ist, hat das gleiche Gericht sehr anschaulich in einer Entscheidung vom 17.10.2008 (Az.: 2 O 449/07) erläutert. Danach gilt beispielsweise ein Unfall als versichertes Ereignis: beim Anspannen der Bizepssehnen beim Sportkegeln, bei einem 50 Meter-Sprint anlässlich einer Schiedsrichterprüfung, bei einer Muskelanspannungsübung im Sportunterricht sowie bei einem kämpferischen Einsatz um den Ball bei einem Fußballspiel und einem dabei erlittenen Sehnenriss.