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Witte Financial Services

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News

Dezember 2016

21.12.2016:
Risiko & Vorsorge 3.2016 erscheint. Unter Publikationen zum Download

21.12.2016:
Pflegeratings aktualisiert

April 2015

16.04.2015:
Die neue "Risiko & Vorsorge" erscheint erstmals mit "Produkte & Kritik"

Stephan Witte
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Wenn der Fahrgast mehr als nur klingelt
 
Das Sozialgericht Detmold hat mit Urteil vom 12. August 2008 entschieden (Az.: S 1 U 17/08), dass ein Taxifahrer, der in seiner Wohnung auf telefonisch angekündigte Kunden wartet, bei einem Überfall grundsätzlich unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung steht.
Geklagt hatte ein Taxiunternehmer gegen seine Berufsgenossenschaft. Dieser hatte Anfang 2007 in seiner Privatwohnung in den frühen Morgenstunden auf telefonisch angekündigte Kundschaft gewartet. Nachdem es geklingelt und er die Haustür geöffnet hatte, erwartete ihn eine unangenehme Überraschung. Denn statt der erwarteten Fahrgäste standen mehrere maskierte Personen vor der Tür, die ihn ohne Vorwarnung schlugen, traten und fesselten, um anschließend das Wechselgeld des Taxibetriebes zu entwenden.
Der Kläger wollte wegen der bei dem Überfall erlittenen Verletzungen seine Berufsgenossenschaft in Anspruch nehmen. Doch weil sich der Überfall im häuslichen Bereich des Versicherten ereignet, und er sich obendrein nicht zur Wehr gesetzt hatte, lehnte es die Berufsgenossenschaft ab, dem Taxiunternehmer für die Folgen des Überfalls Versicherungsschutz zu gewähren.
Das Detmolder Sozialgericht gab der Klage des Überfallenen gegen seine Berufsgenossenschaft in vollem Umfang statt. Bei einem Überfall ist immer dann ein notwendiger Zusammenhang zu der versicherten Tätigkeit gegeben, wenn ein betriebsbedingtes Tatmotiv vorliegt, z.B. weil Geschäftsgelder entwendet werden sollen.
Der Ort der Tat ist unerheblich. Ein Versicherter steht daher auch dann unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn sich der Überfall außerhalb seines Arbeitsbereichs, zum Beispiel in seiner Wohnung, ereignet hat.
Das Gericht ließ den Einwand der Berufsgenossenschaft nicht gelten, dass sich der Kläger gegen die Täter hätte wehren müssen. Denn eine Abwehrhaltung gegenüber einem Täter oder einer Gruppe von Tätern kann nur dann gefordert werden, wenn das Opfer ganz offenkundig eine Chance hat, sich zu wehren beziehungsweise Abwehrmaßnahmen zu ergreifen.
Die Entscheidung ist rechtskräftig.