WFS Logo

Witte Financial Services

Stephan Witte, M.A.
Oelerser Straße 6
31275 Sievershausen

Telefon: 05175 954681 / -80
Fax:       05175 302367
Mobil:    0178 8757938

E-Mail: Stephan@Witte-Financial-Services.de
Zum vollständigen Impressum

WFS Pools

Hier geht es zum [ Login ]

News

Dezember 2016

21.12.2016:
Risiko & Vorsorge 3.2016 erscheint. Unter Publikationen zum Download

21.12.2016:
Pflegeratings aktualisiert

April 2015

16.04.2015:
Die neue "Risiko & Vorsorge" erscheint erstmals mit "Produkte & Kritik"

Stephan Witte
Startseite Aktuelle Publikationen Finanzdienstleistungen Infopool Ratings

 

Beratung richtig protokolliert
Das Landgericht Coburg hat am 23. Februar 2010 entschieden (Az.: 11 O 690/09), dass ein Kunde, der ein Beratungsprotokoll unterzeichnet, dessen Inhalt er ganz offenkundig nur oberflächlich zur Kenntnis genommen hat, sich später nicht auf einen Beratungsfehler berufen und eine Rückabwicklung des Vertrages verlangen kann.
Mithilfe ihrer Bank hatte die Klägerin wiederholt Geldanlagen in Aktien-, Immobilien-, Geldmarkt- und anderen Fonds getätigt, als sie sich mit dem Wunsch nach einer weiteren Gesellschaftsbeteiligung an ihren Bankberater wandte. Dieser empfahl ihr eine Beteiligung an einem Fonds der Bioenergie-Branche. Die Klägerin zeichnete daraufhin einen Anteil in Höhe von 12.000,- Euro nebst 600,- Euro Aufgeld (Agio).
Als sich der Fonds nicht so entwickelte wie von ihr erwartet, verlangte die Anlegerin die Rückabwicklung des Vertrages. Sie behauptete, während des Beratungsgesprächs darauf hingewiesen zu haben, dass es ihr bei der Geldanlage vor allem um Sicherheit und eine Eignung des Produkts für ihre Altersversorgung gehe. Die mit der empfohlenen Beteiligung verbundenen Risiken seien jedoch heruntergespielt worden. Außerdem habe man ihr weder einen vollständigen Verkaufsprospekt ausgehändigt noch darauf hingewiesen, an wen die Vertriebskosten fließen würden.
Der Banker der Klägerin verteidigte sich damit, dass es seiner Kundin auf eine breite Streuung ihres Kapitals angekommen sei. Man habe sie außerdem auf die Problematik der sogenannten Einspeisevergütung hingewiesen und über einen nicht ganz auszuschließenden Totalverlust informiert.
Im Übrigen verwies die Bank auf das von der Klägerin unterzeichnete Beratungsprotokoll, welches genau belege, dass die Kundin ausreichend aufgeklärt worden sei.
Der Streit landete schließlich vor dem Coburger Landgericht, wo die Geldanlegerin eine Niederlage erlitt.
Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme handelt es sich bei der Klägerin um eine in Geldanlagen erfahrene Frau, das sie bereits mehrfach Anlagen in Fonds unterschiedlicher Risikoklassen getätigt hatte.
Sie hatte ferner das Beratungsprotokoll unterzeichnet. Darin wurde ihre Anlagementalität als „ertragsorientiert“ bezeichnet. Anhaltspunkte dafür, dass es der Klägerin in dem zu entscheidenden Fall um eine äußerst sichere Geldanlage ging, ergaben sich aus dem Protokoll nicht.
Das Gericht schenkte der Aussage der Klägerin keinen Glauben, einen unvollständigen Verkaufsprospekt erhalten zu haben. Sie hatte durch Unterzeichnung des Protokolls vielmehr bestätigt, dass man ihr den kompletten Fondsprospekt ausgehändigt hatte. In diesem war jedoch an mehreren Stellen von der Möglichkeit eines Totalverlusts der Anlage die Rede, die im Übrigen nicht eingetreten war. Das Gericht zeigte sich daher davon überzeugt, dass die Klägerin ausreichend über die Risiken der Beteiligung aufgeklärt wurde.
Eine unzureichende Aufklärung hinsichtlich der Verwendung des Aufgeldes stellte das Gericht in Abrede. Nach Überzeugung der Richter liegt nämlich kein Fall einer offenbarungspflichtigen Rückvergütung vor. Eine Aufklärungspflicht besteht nämlich nur dann, wenn Teile der Gebühr, die der Kunde an die Gesellschaft zahlt, hinter seinem Rücken an die beratende Bank zurückfließen, sodass diese für den Kunden ein nicht erkennbares besonderes Interesse daran hat, explizit diese Beteiligung zu empfehlen. Vorliegend war das jedoch nicht der Fall.
Die Klage wurde daher als unbegründet zurückgewiesen.
Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig.