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News

Dezember 2016

21.12.2016:
Risiko & Vorsorge 3.2016 erscheint. Unter Publikationen zum Download

21.12.2016:
Pflegeratings aktualisiert

April 2015

16.04.2015:
Die neue "Risiko & Vorsorge" erscheint erstmals mit "Produkte & Kritik"

Stephan Witte
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Lasik-Operation ist Schönheits-OP
 
Das Amtsgericht (AG) München hat mit Urteil vom 9. Januar 2009 entschieden (Az.: 112 C 25016/08), dass eine Lasik-Operation zur Behandlung einer Fehlsichtigkeit in der Regel keine medizinisch notwendige Heilbehandlung ist. Es besteht auch kein Anspruch auf Kostenübernahme durch einen privaten Krankenversicherer.
Zur Behandlung seiner Weitsichtigkeit unterzog sich der Kläger im Jahr 2008 einer Lasik-Operation. Die Kosten in Höhe von rund 4.300,- Euro verlangte er von seinem privaten Krankenversicherer ersetzt. Doch mit dem Argument, dass für die mit erheblichen Risiken verbundene Operation keine medizinische Notwendigkeit bestehe, verweigerte der Versicherer die Kostenübernahme.
Der Versicherte zog mit seiner Klage vor das Münchner AG und trug vor, dass es sich bei einer Lasik-Operation um ein wissenschaftlich allgemein anerkanntes Verfahren handele, das im Gegensatz zum Einsatz von Kontaktlinsen oder einer Brille eine Fehlsichtigkeit nicht nur korrigieren, sondern heilen würde. Er hielt die Operation daher für medizinisch notwendig. Im Übrigen sei auch das Tragen einer Brille nicht ganz ungefährlich, sodass das Argument des Versicherers, dass eine Lasik-Behandlung erhebliche Risiken bergen würde, nicht wirklich stichhaltig sei.
Die Münchener Richter folgten dem nicht und wiesen die Klage als unbegründet zurück.
Denn eine Heilbehandlungsmaßnahme ist dann medizinisch notwendig, wenn eine wissenschaftlich allgemein anerkannte Behandlungsmethode zum Einsatz kommt, die dazu geeignet ist, eine Krankheit zu heilen, zu bessern oder zu lindern. Bei der Beurteilung der medizinischen Notwendigkeit einer Maßnahme sind jedoch auch die mit dem Eingriff verbundenen medizinischen Risiken zu berücksichtigen. Die aber hielt das Gericht im Fall einer Lasik-Operation für besonders groß. Denn eine solche Operation kann in Einzelfällen letztlich auch zur Erblindung führen. Außerdem ist es unmöglich vorauszusagen, ob nach einer Lasik-OP nicht trotz allem noch eine Brille getragen werden muss.
Die Behandlungsmethode Lasik-OP ist nicht gefahrlos. Dagegen ist der Einsatz einer Brille ungefährlich. Mit einer Brille kann eine Fehlsichtigkeit zwar nur ausgeglichen und nicht geheilt werden. Aber auch eine Laseroperation macht die Fehlsichtigkeit nicht rückgängig, sondern korrigiert sie durch Abflachung der Hornhaut lediglich optisch. Gleichzeitig wird aber der natürliche Zustand der Hornhaut irreparabel zerstört. Daher handelt es sich nach Ansicht des Gerichts bei einer Lasik-Operation um eine Art Schönheits-Chirurgie, die lediglich dazu dient, das lästige Tragen einer Brille durch eine optische Korrektur am Auge überflüssig zu machen, ohne die Fehlsichtigkeit und dessen Ursache selbst zu heilen.
Daher hätte der private Krankenversicherer des Klägers die Kosten für den Eingriff nur dann übernehmen müssen, wenn dieser hätte nachweisen können, dass seine Fehlsichtigkeit durch das Tragen einer Brille nicht hätte korrigiert werden können. Diesen Nachweis hat er jedoch nicht erbracht. Seine Klage wurde daher als unbegründet zurückgewiesen. Die Entscheidung ist inzwischen rechtskräftig.
Dezember 2008 hatte das Landgericht Köln ein vergleichbares Urteil gefällt und in der Urteilsbegründung ausgeführt, dass in Anbetracht der relativ hohen, mit der Lasik-Behandlung einhergehenden Risiken und der Unsicherheit in Bezug auf den Behandlungserfolg auch die aufgrund der Fehlsichtigkeit vorliegende Belastung des Versicherungsnehmers hoch sein muss. Wenn die Fehlsichtigkeit nicht durch die Versorgung mit einer Brille oder Kontaktlinsen ausgeglichen werden kann oder eine solche Versorgung nicht zumutbar ist, ist eine Lasik-Behandlung medizinisch notwendig.