WFS Logo

Witte Financial Services

Stephan Witte, M.A.
Oelerser Straße 6
31275 Sievershausen

Telefon: 05175 954681 / -80
Fax:       05175 302367
Mobil:    0178 8757938

E-Mail: Stephan@Witte-Financial-Services.de
Zum vollständigen Impressum

WFS Pools

Hier geht es zum [ Login ]

News

Dezember 2016

21.12.2016:
Risiko & Vorsorge 3.2016 erscheint. Unter Publikationen zum Download

21.12.2016:
Pflegeratings aktualisiert

April 2015

16.04.2015:
Die neue "Risiko & Vorsorge" erscheint erstmals mit "Produkte & Kritik"

Stephan Witte
Startseite Aktuelle Publikationen Finanzdienstleistungen Infopool Ratings

 

Verhängnisvolles Spiel
 
Das Amtsgericht München hat mit Urteil vom 8. Dezember 2008 entschieden (Az.: 233 C 11364/08), dass derBetreiber eines Einkaufzentrums nicht dazu verpflichtet ist, über die normale Verkehrssicherungspflicht hinausgehende Vorkehrungen zu treffen, um Kleinkinder vor Schäden zu schützen. Die Eltern haften für den Unfall selbst, wenn ein Kleinkind zu Schaden kommt, weil es nicht lückenlos von den Eltern beaufsichtigt wurde.
Am Nikolaustag 2007 hielten sich die Kläger mit ihrer zweijährigen Tochter in einem Münchener Kaufhaus auf. Im Erdgeschoss wurde für Kinder eine Weihnachts-Bastelstube angeboten, in welcher Kinder zu bestimmten Zeiten unter Aufsicht nach Herzenslust backen und basteln konnten. Die vier Zugänge zu der Bastelstube wurden mit jeweils zwei beweglichen Metallpfosten versperrt, zwischen denen sich ein dickes Seil befand. Die Pfosten selbst befanden sich in einem großen runden Metallfuß. Als die Kläger die Bastelstube mit ihrer Tochter erreichten, war es für eine Teilnahme am Basteln zu spät. Als das Personal aufräumte, fing die Zweijährige an, mit einem der zwischen den Absperrpfosten hängenden Seilen zu spielen. Dabei fiel einer der Pfosten um, wodurch das Mädchen an der Hand verletzt wurde.
Die Eltern des Kindes machten dem Betreiber des Einkaufszentrums den Vorwurf, seine Verkehrssicherungspflicht verletzt zu haben, und forderten ihn daher zu Zahlung von Schmerzensgeld sowie der Arztkosten auf.
Das Münchener Amtsgericht wies die Klage der Eltern als unbegründet zurück. Es vertrat die Auffassung, dass der Betreiber des Einkaufszentrums nicht dazu verpflichtet ist, besondere Sicherungsvorkehrungen für Kleinkinder zu treffen. Er musste nicht damit rechnen, dass die Tochter der Kläger den normalerweise standfesten Absperrpfosten zum Umstürzen bringen würde. Obwohl Kleinkindern die Einsicht in die Notwendigkeit der Respektierung von Absperrmaßnahmen fehlt und somit die nicht fernliegende Möglichkeit besteht, dass sie diese als Spielgerät missbrauchen, durfte der Beklagte darauf vertrauen, dass sich die begleitenden Eltern um ihr Kind kümmern.
Es ist allgemein bekannt, dass Kinder dieses Alters ständig beaufsichtigt werden müssen, damit sie sich nicht Gefahren ihrer Umgebung aussetzen, die sie aufgrund ihrer Unerfahrenheit noch nicht erkennen und beherrschen können. Zur Gefahrenabwehr sind in erster Linie die Aufsichtspflichtigen zuständig.
Im vorliegenden Fall hatten die Eltern unmittelbar neben ihrer Tochter gestanden und deren Treiben zugeschaut. Sie wären daher zum Eingreifen verpflichtet gewesen, um so das Kind und mögliche andere Personen vor Schäden zu schützen. Das aber haben sie versäumt. Sie können daher nicht den Betreiber des Einkaufszentrums für ihr eigenes Versagen verantwortlich machen.
Inzwischen ist die Entscheidung rechtskräftig.